Rund ums E-Bike

Elektrofahrrad – Die Kategorien
Grundsätzlich unterscheidet man erst mal zwischen Pedelecs und E-Bikes. Über 90% der in Deutschland verkauften Elektrofahrräder sind Pedelecs: Meist mit einer Schiebehilfe bis 6 km/h ausgerüstet unterstützen sie den Fahrer, je nach gewählter Unterstützungsstufe, bis 25 km/h.Sie gelten rein gesetzlich betrachtet als Fahrräder. Wer schneller fahren will muss das aus eigener Muskelkraft bewerkstelligen oder braucht ein E-Bike (auch S- Pedelec genannt): Dieses unterstützt den Fahrer dann bis zu 45 km/h, allerdings gibt es auch einige Einschränkungen wie z.B. Kennzeichenpflicht, Helmpflicht oder eingeschränkte Fahrradwegnutzung. Heutzutage hat sich allerdings der Begriff E-Bike im Volksmund für alle Arten von Elektrofahrrädern weitestgehend etabliert.

Wichtige Fragen vor dem Kauf:
Bevor Sie sich für ein bestimmtes E-Bike entscheiden, sollten Sie sich mit folgenden wichtigen Themen auseinandersetzen:
Dabei helfen Ihnen unsere E-Bike-Experten natürlich gern.

 

– Motor:         Möchten Sie Front-, Mittel- oder Heckmotor
– Schaltung:  Möchten Sie eine Ketten-, Naben- oder
sogar eine automatische Schaltung
– Bremse:      Wir empfehlen zu Ihrer Sicherheit
auf jeden Fall hydraulische Bremsen da Sie
bei jetzt höheren Geschwindigkeiten mehr
Sicherheitsreserven benötigen.
Möchten Sie eine Rücktrittbremse so
wie Sie sie eventuell gewohnt sind
– Gewicht:     Müssen Sie Ihr Rad heben oder transportieren?
Elektrofahrräder sind deutlich schwerer als
herkömmliche Fahrräder

 Bedienung:   Bevorzugen Sie eine einfache, selbsterklärende
Bedienung oder hätten Sie gerne viele
verschiedene Funktionen?
Ist die Bedienung des Displays intuitiv?
 Licht:              Wir empfehlen sicherheitshalber Elektrofahrräder
mit Tagfahr- und Standlicht. Akkulampen sind
seit 2013 erlaubt, die somit auch an jedem
E- Mountainbike legal sind.
 Gepäck und Transport: Nehmen Sie Gepäck mit?
Beachten Sie das Gesamtgewicht aus Fahrer,
Elektrofahrrad und Gepäck.
 Rahmengröße- und Geometrie: Sitzen Sie bequem?
Stimmen die Abstände zwischen Sattel,
Pedalen und Lenker?


Der Motor:
Grundsätzlich unterscheidet man drei verschiedene Einbaupositionen von Motoren mit den jeweiligen Vor- und Nachteilen:

– Frontmotor (Radnabenmotor vorne):
Der Vorderradnabenmotor befindet sich in der vorderen Nabe zwischen den Gabelenden. Sein Einsatzgebiet ist meist Stadt oder Ebene.

Vorteil: Ist der Motor im Vorderrad montiert freut sich der Raddesigner, denn dann hat er viel Spielraum für Rahmenkonzepte aller Art: Ketten- und Nabenschaltungen können in Kombination mit einem Frontmotor sehr leicht verbaut werden. Der Frontmotor lässt sich problemlos mit einer Rücktrittbremse kombinieren. Die Reparatur eines Motorschadens kostet den Besitzer eines Frontmotors nicht allzu viel, da der Austausch sehr einfach ist.

Nachteil: Sportive Fahrer sollten eher auf einen Mittel- oder Heckmotor ausweichen, da bei rutschigem oder losem Untergrund (z.B. Schotter) gerade am Berg oder in den Kurven durch den Schub des Motors eine gewissen Tendenz zum Weg- oder Durchrutschen besteht. Die Energiewege vom Gepäckträgerakku zum Motor sind sehr lang was zu gewissen Energieverlusten führt, Auch ist das lange, mitlenkende Stromkabel über die Jahre hinweg anfälliger gegen Beschädigungen/ Aufreiben.

– Mittelmotor (Tretlagermotor):
Der Mittelmotor ist der Alleskönner unter den Motoren. Normalerweise verfügt er über ein Getriebe. Sowohl Ketten- und Nabenschaltungen als auch Rücktrittbremsen können verbaut werden. Einsatzgebiet: Universell

Vorteil: Durch die mittige, tiefe Position ist das Gewicht am Fahrrad gut verteilt. Das Getriebe hält den Motor stets im optimalen Drehzahlbereich- praktisch für müheloses Anfahren am Berg und Anstiege. Überhitzungsprobleme kennt der Motor nicht.

Nachteil: Der Mittelmotor strapaziert die Komponenten des Antriebsstranges deutlich stärker als andere Motorenkonzepte. Wartung und Reparaturen sind zeitintensiv und teuer. Mittelmotoren sind durch das verbaute Getriebe meist laut und tendieren zum Vibrieren. Des weiteren ist technisch gesehen keine Energierückgewinnung (Rekuperation) möglich. Aufgrund der Baubreite des Motors ist oft nur ein Kettenblatt vorne möglich.

-Heckmotor (Radnabenmotor hinten):
Ihn findet man meist an sportiven Rädern wie Mountainbikes oder S-Pedelecs. Einsatzgebiete des Heckmotors: flaches bis welliges Gelände oder hohe Geschwindigkeiten.

Vorteil: Der Wirkungsgrad des Heckmotors ist etwas besser als der des Frontmotors. Besonders gute Traktion, ein meist völlig lautloser Betrieb und rasante Beschleunigung sind Punkte, die für den Heckmotor sprechen. Auch ist hier die Möglichkeit der Stromrückspeisung (Rekuperation) gegeben. Der Heckmotor kann sehr schnell ein- und ausgebaut werden, was ihn sehr wartungsfreundlich macht. 30 Gänge sind meist möglich.

Nachteil: Der Motor regelt manchmal bei hoher Dauerbelastung, z.B. langen Anstiegen, zurück, um sich vor Überhitzung zu schützen. Anfahren an steilen Anstiegen kann ein Getriebemotor besser. Eine Rücktrittbremse gibt es für Heckmotoren nicht. Durch die relativ hohe ungefederte Masse ist der Heckmotor für schweres Gelände nicht optimal geeignet.


Akkus:
Der Akku ist wichtiger Bestandteil des Elektrofahrrads. Ohne ihn kommt kein Saft zum Motor und man hätte einfach nur ein schweres Normalrad. Moderne E-Bikes sind mit Lithium- Technologie ausgestattet, wie man sie heutzutage üblicherweise in Laptops, Smartphones oder Elektroautos findet. Der Akku ist das teuerste Einzelbauteil am Pedelec und kostet meist zwischen
600 und 1000 Euro. Maßgeblich abhängig ist der Preis vom Energiegehalt des Akkus, der in Wattstunden (Wh) angegeben wird. Wattstunden sind das Produkt aus Spannung (Volt) eines Akkus und dessen Kapazität in Amperestunden (Ah). Aufgrund des hohen Energiegehalts gelten Pedelec- Akkus als Gefahrengut und dürfen zum Beispiel nicht mit an Bord eines Flugzeugs. Der Akku ist nach unserer Erfahrung als das empfindlichste Bauteil am E-Bike zu bezeichnen. Aus diesem Grunde gibt es für den Besitzer eines solchen einige Regeln zu beachten:

– Akku nur bei Zimmertemperatur aufbewahren/ laden:
Wenn die Temperatur zu stark sinkt können die einzelnen Zellen des Akkus beschädigen werden.
– Besser nie ganz leeren:
Lassen Sie immer noch ausreichend Restspannung im Akku. Moderne Akkus sind zwar
vor Tiefentladungen geschützt, aber schleichende Verluste können dann doch zu einer
schädlichen Tiefentladung führen
– Nie vollgeladen lagern:
Wenn Sie Ihr Pedelec länger nicht nutzen, z.B. im Winter, lagern Sie den Akku
bei Zimmertemperatur und laden Sie ihn nie ganz, sondern nur dreiviertel,
da die Volladung den Akku bei Nichtbenutzung zerstören könnte.
– Zweitakku nur wenn nötig:
Wenn der Akku nicht benutzt wird geht er schneller kaputt als wenn Sie ihn regelmäßig nutzen.
Daher ist ein Zweitakku nur für Viel- und Langstreckenfahrer sinnoll.
– Memory- Effekt vergessen:
Lithium- Akkus mögen es, wenn man sie oft lädt. Den Memory- Effekt,
also dass sich ein Akku merkt, wann er geladen wird und nicht mehr die volle
Kapazität abrufen kann, tritt nur bei Akkus älterer Bauart auf, nicht bei modernen
Lithium- Zellen.